Sonntag, 12. März 2017

Karneval und noch mehr Reisen

Die letzten 2 Wochen waren bei mir  ziemlich spontan und ganz schön chaotisch, aber doch echt toll.

Angefangen hat alles mit Karneval. Karneval in Lateinamerika hat ja in Europa einen ganz großen Ruf und auch hier in Panama wird seit Januar nur noch von Karneval geredet. In meiner Sportgruppe war die Motivation zum Anstrengen immer "es kommt Karneval, es kommt Karneval", alle wollten bis zum heißersehnten Zeitpunkt einen tollen Körper präsentieren können. Schon in meiner Anfangszeit hier in Panama haben die Leute, nachdem sie gehört haben, dass ich ein ganzes Jahr bleibe, gesagt wie schön das doch wäre, dann bin ich ja auch zu Karneval da. Und den ganzen Februar über war Karneval das Gesprächsthema Nummer 1, Klamotten kaufen für Karneval, Karneval im Radio, Karneval überall. Mit wurde erklärt, dass während der vier Karnevalstage alle verrückt sind, man lernt ganz andere Seiten der Personen kennen und alles ist anders als sonst, alles ist eine einzige "locura" (=Verrücktheit).

In ganz Panama sind die Zentralprovinzen die Gegend, wo Karneval am größten gefeiert wird, also vor allem die Halbinsel Azuero, auf der ich auch wohne. Deshalb ist auch Hannah aus Westpanama für die Tage zu mir nach Pesé gekommen. Da es meiner Gastfamilie zu dieser chaotischen Zeit nicht so recht war, wenn Hannah bei uns schläft, haben wir die Tage bei meiner Kollegin Marlenis in Pesé gewohnt. 

Karnevalskönigin in Las Tablas
Was so richtig an Karneval gemacht wird und was es für Aktionen gibt, hatte ich  nie wirklich verstanden und war nach den  ganzen Ankündigungen schon echt ganz schön gespannt. Ich wusste, dass Wasser, Alkohol und Königinnen und eine ganze Menge Menschen eine Rolle spielen.
Jetzt im Nachhinein, würde ich die 4 Tage als eine Mischung aus Riesen-Wasserschlacht, Riesen-Party und Defilee beschreiben. Tagsüber (ca. 10 bis 17 Uhr) gibt es immer die sogenannten Culecos. Auf dem zentralen Platz der jeweiligen Stadt oder des Dorfes versammeln sich viele Menschen und erfreuen sich an den verschiedenen Attraktionen. Diese sind: Essensstände, Bühnen von denen aus Wasser, Schaum und Werbegeschenke in die Menge geworfen werden, laute Musik und vorbeifahrenden Wägen mit den Karnevalsköniginnen darauf. Es gibt pro Städtchen immer zwei Königinnen, "calle arriba" und "calle abajo", die jeweils Konkurrentinnen sind. Es gibt zwar keinen wirklichen Sieger am Ende, aber man versucht immer schönere und aufwendigere Wägen, Kostüme, Schminke, etc. zu haben als die andere Königin.

Freitag Nacht werden die Königinnen "gekrönt", das heißt die Königin des vergangenen Jahres weiht die neue Königin ein und setzt ihr die Krone auf. Zusammen mit zwei Kolleginnen habe ich mir die Krönungen in Parita und La Villa de Los Santos angeschaut. In Parita war es echt ganz nett, allerdings dachte ich danach, dass wir wieder nach Pesé fahren und habe meine schon den ganzen Tag über störenden Kontaktlinsen weggeworfen. Dann ging es aber noch weiter nach Los Santos, wo ich dann wegen meine großen Sehschwäche fast blind die Nacht verbracht habe, immer an der Hand meiner Kollegin, damit ich sie zwischen den ganzen Menschen nicht verliere. Naja, ein bisschen peinlich und von den Königinnen habe ich so auch nichts gesehen.

Samstag bis Dienstag, die vier Karnevalstage, haben verschiedene Motti, zB. Gala, oder Fantasie oder Typisch (Pollera), zu denen dann die Aufmachung passen muss. Die Wägen fahren also ihre Runde, die Königinnen tanzen, winken und werfen Küsse, und die Wägen mit Trommel- und Blasorchester fahren hinterher. 
Karnevalswagen in Las Tablas




Wenn gerade kein Wagen vorbeifährt, lässt man sich von Wasserschläuchen nassspritzen, tanzt und trinkt. Wenn man es darauf ankommen lässt, landet man völlig durchnässt, eingequetscht zwischen ganz vielen betrunkenen Menschen, die ganz knappe Anziehsachen anhaben und mit dem Popo wackeln und versteht seinen Nebenmann vor lauter Musik nicht. Bis auf das Nassspritzen jetzt alles nicht so mein Ding, aber trotzdem waren wir zweieinhalb Mal auf Culecos. Einmal in Las Tablas, dem größten und verrücktestem Karnevalort Panamas, einmal in La Villa de Los Santos wo es auch relativ bekannt ist, und in dem etwas ruhigeren Ort Parita, allerdings waren dort die Culecos kostenpflichtig und auch schon so gut wie vorbei als wir ankamen.

Culecos in Las Tablas

Am Nachmittag beginnen sich langsam die Straßen mehr oder weniger zu leeren und es wird etwas aufgeräumt.

Hinterlassenes Schlachtfeld in Parita

Gegen Mitternacht sind dann aber wieder alle Menschen draußen und erwarten die Karnevalsköniginnen auf ihren Wägen. Es gibt ein Feuerwerk und gegen 2 oder 3 Uhr morgens gehen alle nach Hause. Hannah und ich waren mit Marlenis zwei Mal in Parita die Königinnen anschauen und einmal in Los Santos, wo sie allerdings spontan nicht herumgezogen sind. Abgesehen davon, dass die Wägen und Kostüme vielleicht noch etwas aufwändiger sind, hat Karneval in der Nacht aber meiner Meinung nach sehr einem typischen Defilee geähnelt.

Karneval bei Nacht

Außerdem gibt es nachts die sogenannten PHs, darüber kann ich allerdings nicht viel berichten, da ich auf keinem war. Alles was ich weiß ist, dass es wohl ähnlich wie eine Disko im Freien ist.

Das Gegenprogramm zum Karneval sind die sogenannten "retiros" (=Rückzug), wie ein Ferienlager für Jugendliche, organisiert durch die Kirche. Man will nicht bei dem Karnevals-Wahn mitmachen und trifft sich zum Spiele spielen, reden und beten. Wir hatten durch die Tochter von Marlenis die Möglichkeit, für 2 Stunden mit zu so einem Retiro zu kommen und haben somit einen kleinen Einblick bekommen. Es wurde gerade Baseball gespielt, wir haben allerdings nur zugeschaut.
Ansonsten waren Hannah und ich mit Lissy (einer anderen Kollegin) und deren Großfamilie zusammen an einem Fluss baden. Vorher war ich schonmal für einen Tag mit der Kollegin dort und es hat mir super gut gefallen, weswegen wir dem Angebot gefolgt sind, über Karneval mal mit dort zu übernachten. Den Tag haben wir mit Volleyball im Fluss spielen, ins Wasser springen und mit interessanten Diskussionen verbracht. Alle waren richtig nett und es war ein toller Tag.

mit Hannah und einem Freund beim
Karneval in Las Tablas
So haben wir eigentlich die beliebtesten Beschäftigungen während Karneval mal ausprobiert: carnevalear, retiro und río - feiern, sich zurückziehen und im Fluss baden. 
Ich finde ein bisschen, dass im Vorhinein etwas übertrieben wurde wenn von Karneval gesprochen wurde. Es war zwar schon eine riesengroße Angelegenheit, aber verglichen mit dem Trara was darum gemacht wurde, auch nicht so krass.

Wir haben viel spontan erlebt und gesehen und ich bin echt froh über meine tollen Kolleginnen, die so gastfreundlich sind und durch die wir so viel herumgekommen sind. Die Zeit mit Hannah bei Marlenis zu wohnen war toll, ganz ohne Fernsehen, stattdessen mit Baseball spielen, Tanzstunden, zusammen kochen und singen und mit ganz viel lachen.






Am Aschermittwoch sind Hannah und ich spontan einen Tag früher als geplant nach Santa Fé aufgebrochen. Das ist ein Dorf in den Bergen nördlich von Santiago und soll von schöner Natur und vielen Wasserfällen umgeben sein. Mehr wussten wir zwar nicht, aber nach 4 Stunden Fahrt und nachdem wir uns ein Hostel rausgesucht hatten, wurden uns schon viele Ausflugs-Empfehlungen gegeben. 

erster Eindruck in Santa Fé: Regenbogen

Unser erster Tagesausflug hat uns erst zu einem Wasserfall und dann in ein indigenes Dorf geführt. Dort gab es außer einer Schule, ein paar Häusern und einem Lehrplakat über die im dortigen Dschungel lebenden Jaguare nicht viel. Wir haben vor allem auf den Bus gewartet, der uns bei drei weiteren Wasserfällen abgesetzt hat. Hier hatten wir das Glück, dass uns ein Indianerjunge durch den Dschungel zu den verschiedenen Wasserfällen geführt hat. Wir waren super beeindruckt wie schön sie waren - da hatten wir allerdings noch nicht die Wasserfälle vom nächsten Tag gesehen.


An diesem Tag sind wir mit dem Bus ein ganzes Stück aus Santa Fe heraus gefahren, zu einem Ort wo laut einer Empfehlung ein toller Wasserfall in 45 Minuten Entfernung liegt. Zu unserer Enttäuschung mussten wir dann aber feststellen, dass angegebe Zeit nicht wie gedacht zu Fuß, sondern mit dem Auto war und sind wieder zurück Richtung Santa Fe gefahren, mit der Bitte an den Busfahrer, uns an einer Stelle rauszulassen, wo er denkt dass es schön ist. Gelandet sind wir an einem Wegweiser zu Wasserfällen, dem wir hoffnungsvoll gefolgt sind. Auf dem Weg trafen wir eine Familie, der wir uns angeschlossen und mit denen zusammen wir eine Tour mit vielen verschiedenen Wasserfällen gemacht haben. Und was für Wasserfälle! Mal in einer Höhle, mal über 15 m hoch, mal mit mehreren Stufen. Es waren tolle Ausblicke und schöne Badestellen dabei. Unser großes Glück war auch die Familie, ohne die wir nie zu den ganzen Wasserfällen gefunden hätten.

Eine kleine Bild-Auswahl der ganzen verschiedenen Wasserfälle

Der nächste Tag begann mit Regen der nicht nach baldigem Ende aussah, weswegen wir Santa Fé verließen, ohne wirklich zu wissen wohin mit uns. Schließlich sind wir nach San Felix gefahren, was meiner Meinung nach, abgesehen von dem großen Teil indigener Bevölkerung, nichts zu bieten hat. Von dort aus sind Hannah und ich wieder jeder nach Hause gefahren und ich am nächsten Tag direkt nach Panama Stadt weiter, um dort mein Visum abzuholen.

Der Aufenthalt in der Migration ist für panamesische Verhältnisse sehr reibungslos verlaufen, alle aus unserer Gruppe hatten an ihren Reisepass gedacht und sich auch noch irgendwie lange Hosen besorgen können. Nach "nur" 6 Stunden warten, waren wir dran und haben 20 Minuten später alle mit Visum die Migration verlassen.

mein Visum
Das erste halbe Jahr waren wir in Panama durch den Regristierungsstempel in unserem Reisepass legal in Panama. Als die 6 Monate abgelaufen waren, waren wir nur halb legal hier, mit dem Nachweis dass die Visas in Bearbeitung sind. Einige unserer Gruppe wurden in diesem Zeitraum von der Polizei kontrolliert und mit auf das Migrationsamt genommen, weswegen ich jetzt ziemlich froh bin, endlich mein Visum zu haben.


Nach diesem Dienstag in der Migration hatte ich noch bis Sonntag frei, da die angestellten Valórate-Mitarbeiter auf einer Weiterbildung waren. Meine Pläne, diese freie Zeit zu nutzen, haben 3 Mal gewechselt und schließlich habe ich spontan beschlossen, noch etwas in Panama Stadt zu bleiben. Ich habe also mal einen etwas anderen Reisestil ausprobiert. Mit dem Gepäck für einen Tag bin ich 5 Tage in dem Hostel geblieben und habe Ausflüge mit anderen Alleinreisenden gemacht. Im Hostel und an den touristischen Orten trifft man zahllose Backpacker die gerade auf Zentralamerika-Reise sind und zu spontanen Ausflügen gern bereit sind.
So habe ich mir einen Großteil der Sehenswürdigkeiten von Panama Stadt mit internationaler Begleitung angeschaut.


Parque Natural Metropolitano

Parque Natural Metropolitano: Park mitten Panama Stadt mit angelegten Wegen durch den Regenwald und Aussichtspunkt über die Stadt. Mit Glück kann man hier z.B. Faultiere, Affen, Ameisenbären, Agutis, etc. sehen, ich bin allerdings nur mit Schildkröten und Vögeln begegnet.

Reserva Cerro Ancon

Reserva Cerro Ancon: Hügel in der Stadt mit riesiger Panama-Flagge auf der Spitze. Es ist einer der beliebtesten Aussichtspunkte und auch auf dem Weg nach oben kann man mit Glück spannende Tiere sehen (ich hatte leider kein Glück).

Panama Viejo

Panama Viejo: hier haben vor 500 Jahren die Spanier ihre Stadt aufgebaut. Es war Ausgangspunkt für Schiffe und Handelspunkt von Rohstoffen wie Gold. Nachdem Panama Viejo (altes Panama) von Piraten zerstört wurde, baute man 2km entfernt die neue Stadt auf. Von Panama Viejo sind jetzt nur noch Ruinen übrig.


Panamakanal (die Schleusen "Miraflores")

Panamakanal: die wahrscheinlich berühmteste Sehenswürdigkeit Panamas sind die Schleusen des Kanals, die Miraflores. Hier habe ich zugeschaut, wie 3 Schiffe durch die Schleusen fuhren.

auf dem Baumwipfelturm in Gamboa im Soberiana-Nationalpark

Gamboa: 20 Kilometer nördlich von der Hauptstadt, umgeben vom Kanal, dem Gatunsee und Regenwald liegt das Dorf Gamboa. Ich bin mit einer französischen Studentin hingefahren. Das Dorf selbst ist sehr verlassen, wir haben ziemlich lange nach jemandem gesucht, der uns sagen konnte was es überhaupt zu sehen gibt. Schließlich haben wir den Weg des "Oleoducto" gefunden, ein Wanderweg der nach ca. 2 Kilometern am "Panama Rainforest Discovery Center" vorbei führt. Hier gibt es einen Baumwipfelturm, eine Kolibri-Station, Aussichtspunkte und einen schönen Ausblick auf einen Arm des Gatunsees. Dort habe ich auch endlic ein paar Tiere gesehen, neben Kolibris auch einen Ameisenbären und einen Aguti. Es war letztendlich ein sehr lohnenswertes und auch touristisches Ziel, was uns nach der Ratlosigkeit der Leute im Dorf positiv überrascht hat.

Am letzten Abend war ich mit ein paar anderen Leuten aus dem Hostel nochmal auf dem 62. Stock des Hardrock Hotels um den Ausblick über die Großstadt bei Nacht zu genießen. Da ich im Dezember ja schonmal oben war, war es zwar für mich nichts neues, aber es hat riesig Spaß gemacht, mit jungen Leuten von der ganzen Welt unterwegs zu sein. 

Zwei andere bekannte Sehenswürdigkeiten - das Casco Viejo und die Cinta Costera - hatte ich ebenso schon im Dezember gesehen und deswegen diesmal weggelassen. Ich bin sehr zufrieden mit dem Touristen Programm was ich in der Hauptstadt gemacht habe und habe Bekanntschaft mit Leuten aus Frankreich, Grönland, Spanien, Chile, Kolumbien, Spanien, Finnland, Israel, USA, Kanada, Niederlanden, Argentinien und mit anderen Deutschen gemacht. Mit einem großen Sprachknoten im Kopf bin ich  Samstag wieder nach Pesé gefahren.




Neue Auffälligkeiten

Es ist unhöflich oder respektlos, anderen (vor allem Älteren) zu viele Fragen über ihr Verhalten zu stellen
zum Beispiel: 
- Wohin gehst du?
- Wem hast du grade "Hallo" gesagt?
- Wer war das grade am Telefon?
- Was hast du heute vormittag gemacht?
- Wann kommst du wieder?
Solche Fragen gelten als Angriff auf Privatangelegenheiten und sollte man deshalb vermeiden.

Donnerstag, 23. Februar 2017

Aufstieg auf den Volcán Baru

Die Nacht, die mein Jahr hier in Panama in erste Hälfte und zweite Hälfte teilt,  habe ich an einem ganz besonderen Ort verbracht: In einem Zelt am höchsten und kältesten Punkt Panamas und gleichzeitig dem einzigen Ort Amerikas, von dem aus man beide Ozeane sehen kann - dem Vulkan Baru.

Diese Kurzreise war relativ spontan. Erst am Dienstag stand fest, dass ich mich am Freitag auf nach Chiriqui machen würde. Zusammen mit Laila, Lotta und Antonia, ebenfalls AFS-Freiwillige, habe ich eine geführte Tour auf den Vulkan gebucht. Ursprünglich hatten wir überlegt, statt mit einem Tourguide, mit einem Bekannten, der den Weg kennt, den Vulkan hochzulaufen. Da aber von dem keine Rückmeldung mehr kam und es einige Gerüchte über zwei Holländerinnen gibt, die sich im Nationalpark Baru verirrt haben und von wilden Tieren gefressen wurden, haben wir dann also die Tour mit Guide gemacht. Der Weg war aber meistens relativ eindeutig  (einfach dem Müll folgen) und unser Guide war auch nicht besonders professionel oder gut in Form. Ansonsten war die Tour aber sehr gut und billig.

Geschlafen haben wir erstmal in dem Dorf Volcán in einem unbedingt empfehlenswerten Hostel "La petite maison". Für den Luxus den es dort gab, ist es wirklich billig. Wir wurden gleich am Abend auch schon mit  Zelten, Isomatten, Schlafsäcken, Taschenlampen und Wanderstöcken für den nächsten Tag ausgestattet. Dies alles, zusätzlich vielen dicken Klamotten und Essen und Trinken für 2 Tage, hat natürlich sein Gewicht und beim Probe-Aufsetzen der Rucksäcke waren wir schon erstmal ziemlich erschrocken. Da wir auch sehr viele Erfahrungsberichte über die Kälte, den steilen und anstrengenden Weg und die dünne Höhenluft gehört hatten, sind wir ziemlich aufgeregt und mit viel Respekt vor dem nächsten Tag ins Bett gegangen.

meine Ration Essen und Trinken

Morgens um 7 wurden wir dann zum Eingang in den Nationalpark des Volcán Baru gebracht, wo 7.30 Uhr unser Aufstieg begann.

startklar!

Der Volcán Baru ist ein inaktiver Vulkan, der ca. 500 n.Chr. das letzte Mal ausgebrochen ist. Seine Spitze auf 3478 Metern über dem Meeresspiegel ist die höchste Panamas. 
Um dort hinzugelangen, gibt es zwei Wege. Einen von Volcán aus und einen anderen von Boquete aus, der allerdings weniger schön sein soll und den man auch mit dem Jeep hochfahren kann. Wir sind den längeren und schöneren Weg von Volcán aus hochgelaufen. Die Strecke wird als eine der extremsten Wanderungen Panamas ausgegeben und dauert zwischen 7 und 12 Stunden. Auf 16.5 km Wanderstrecke gewinnt man 1578m an Höhe. Es geht die ganze Zeit entweder steil hoch oder steil runter, den Weg muss man größtenteils eher klettern, statt gehen. Dies ist mit schweren Rucksäcken und bei immer dünner werdender Luft nicht unbedingt eine Leichtigkeit.


auf dem Weg nach oben

immer wieder kurze Pausen zwischendurch

das Ziel kommt näher...

angekommen
Von Höhenkrankeit verschont und sehr stolz auf uns, sind wir nach 9 Stunden endlich oben angekommen. Unser Guide, der uns am Anfang noch wegen unserer großen Rucksäcke ausgelacht hatte, begann oben mit seinen dünnen Anziehsachen ziemlich zu frieren und hatte außerdem seinen Wasserkanister verloren und benutzte fleißig unsere Sonnenchreme, Wasser und Essen. Die Spitze des Vulkanes habe ich mir ehrlich gesagt ein bisschen schöner vorgestellt, überall waren Strom- und Sendemasten und gezeltet haben wir an der Rückwand von einem Lagerhaus mit Ventilatorenlärm. Außerdem gab es auch ganz viele Menschen dort oben, was ich nach dem leeren Wanderweg nicht erwartet hätte. Viele sind aber von der anderen Seite aus hochgelaufen oder sogar gefahren und haben dann zahllose Selfies am Gipfelkreuz des höchsten Berges Panamas gemacht. Tagsüber sind oben immer ca. 10°C, nachts sinkt es auf 1°C bis 4 °C. Dementsprechend trifft man oben auf viele Panameños, die sich extra Handschuhe, Schal und Mütze gekauft haben und diese auf den Fotos präsentieren wollen. Naja, tatsächlich war es ziemlich kalt dort oben und ein Glück hatten wir gute Schlafsäcke, sodass wir die Nacht ohne Frieren überstanden haben.



Noch im Dunklen sind wir wieder aufgestanden, um vom Gipfelkreuz aus den Sonnenaufgang anzuschauen. Morgens hat man die klarste Sicht auf die Landschaft und Atlantik und Pazifik. Sonst ist es immer sehr wolkig und nebelig und man sieht nicht sehr viel. Der Sonnenaufgang war toll und auch der Blick auf den Pazifik, aber leider sind nicht alle Wolken verschwunden, sodass wir den Atlantik nur erahnen konnten.



Müll
Nach dem Frühstück haben wir dann die Zelte abgebaut und unser Guide war inzwischen auch aufgestanden, und wir haben uns mit deutlich leichterem Gepäck auf den Rückweg gemacht. Den steilen Weg zurück, erst über Geröllfelder und dann durch den Dschungel sind wir  wieder nach unten geklettert. Die Natur ist echt sehr schön, vor allem die Pflanzen. Tiere haben wir leider keine besonderen gesehen (angeblich gibt es einige Raubkatzen) und einen kleinen Dämpfer hat die Schönheit auch durch den ganzen herumliegenden Müll bekommen. Nach 6 Stunden und mit schmerzenden  Knien waren wir schließlich unten. 



Super Team: Antonia, Laila, ich und Lotta
Die beiden Tage waren echt anstrengend,  aber gleichzeitig einfach so toll. Der Wanderweg und die Natur waren wunderschön und wir hatten die ganze Zeit gute Laune und haben immer wieder gesungen und gelacht. Und dann noch der Sonnenaufgang und die Aussicht auf dem Gipfel und das leckere mitgebrachte Essen! Alles echt zwei wirklich schöne Tage.

Zurück im Hostel haben wir uns entschieden, noch eine Nacht länger zu bleiben. Das Hostel war so toll, der Weg nach Chiriqui ist immer so weit und wir waren froh über einen zusätzlichen Tag zum Umgebung anschauen und auch zum Ausruhen. Außerdem war ein Teil unserer Sachen noch in einem Auto der Tour unterwegs, sodass wir sowieso noch warten wollten. Wir haben also spontan auf Arbeit und in den Gastfamilien um einen Tag Verlängerung gebeten und bekommen.

Trotz starkem Muskelkater, haben wir uns  am nächsten Morgen auf nach Cerro Punta gemacht, ein Gebiet in den Bergen, bekannt für seine Erdbeeren. Von denen haben wir auch einige gekauft und als Eis genossen. Dann noch stöhnend auf einen Aussichtspunkt hochgekraxelt und uns auf die Suche nach Wasserfällen gemacht, die wir allerdings nicht gefunden haben. Abends haben wir uns endlich ausgeruht und am Dienstag bin ich wieder nach Pesé gefahren, mit vielen Erdbeeren als Mitbringsel im Gepäck.

Man beachte: Felder im Hintergrund sind in Panama etwas Besonderes. Sowas sieht man vor allem in der kälteren Provinz Chiriqui, zum Beispiel in Cerro Punto.


Daran,  dass ich schon die Hälfte meines Auslandsjahres ausrechnen konnte, kann man erkennen, dass ich inzwischen mein Rückflugdatum kenne. Ich habe mein Programm hier um einen halben Monat verlängert und fliege nun am 13. August wieder zurück nach Deutschland. Ursprüngliches Rückflugdatum wäre der 24. Juli gewesen, doch da ich noch Besuch aus Deutschland bekomme und noch etwas Zeit zum Reisen und verabschieden haben möchte, habe ich noch den halben Monat zusätzlich dran gehängt.

Die erste Hälfte dieses Jahres verging unglaublich schnell, trotzdem finde ich es lang, noch mal so lange hier zu bleiben. Das ist komisch zu beschreiben. Es gibt so viele so schöne Momente, ist aber gleichzeitig immer so schwierig. Es ist schwer in einer komplett anderen Kultur zu leben und sowohl Sprache, als auch Verhalten oft nicht zu verstehen. Ich merke aber auch dass alles (zwar sehr langsam) immer einfacher wird und ich habe schon so viel erlebt und bin auch bei vielen Sachen stolz auf mich. Ich weiß auch, dass ich einiges an Panama vermissen werde. Und bestimmt lerne ich vieles an Panama erst zu schätzen, wenn ich wieder in Deutschland bin. Auf jeden Fall freue ich mich auf die zweite Hälfte meines FSJ, genauso freue ich mich aber auch schon wieder auf vieles in Deutschland. 


Es werden in letzter Zeit immer weniger Sachen, die mir so auffallen, aber hier noch ein paar neue Punkte:

- viele Panameños merken sich sehr gut Geburtstage
- in der Werbung sind fast alle Leute weiß
- man macht gerne viele Versprechungen und hält nicht viele davon
- viele Frauen sprechen gerne über ihre Tage

Samstag, 11. Februar 2017

Kleidung in Panama

Typisch panamesische Kleidung

Frau

Ich in Pollera de Gala
Die typische Tracht der panamesischen Frau ist die Pollera und angeblich ist diese das teuerste Nationalgewand der Welt. Eine wirkliche Pollera mitsamt Schmuck kostet um die 250 000 Dollar, es gibt aber auch viel teurere Exemplare.
Es wird zwischen Arbeits-Polleras (Pollera de trabajo) und Ausgeh-Polleras (Pollera de gala) unterschieden. Wie die Namen schon sagen, wurde die Arbeits-Pollera früher zum Arbeiten auf dem Feld und im Haus benutzt, während die Ausgeh-Pollera zu festlichen Anlässen und zum tanzen angezogen wurde. Beide Formen werden heute vor allem zu Desfileen angezogen, zum Tanzen auf und zwischen Umzugswägen. Man zeigt sich sehr, sehr gerne in Pollera und es heißt, eine Frau wäre nie so schön wie wenn sie eine Pollera trägt. 



Ich hatte letzten Samstag das Glück, eine Pollera anziehen zu können. Meine Spanischlehrerin hat das organisiert, durch Freunde die eine Pollera haben. Dadurch ist das auch kostenlos für mich gewesen, ein riesengroßes Glück, da normalerweise allein das Ausleihen umgerechnet ca. 500 Euro kostet. Geschminkt und hergerichtet wurde ich auch von meiner Spanischlehrerin und danach ging es ins Museum von La Villa de los Santos, ein geeigneter Ort für ein Fotoshooting. Es ist schon ein komisches Gefühl, so hergerichtet durch das Dorf zu laufen, in einer Pollera de Gala und dem ganzen Schmuck, alles zusammen ca. 3000 Dollar wert (ich hatte eine der billigeren Varianten an) und wiegen tut der ganze Schmuck auch ziemlich viel. Allerdings ist man es hier auch schon etwas gewöhnt, dass ab und zu Frauen in Pollera herumlaufen.

Frauen in Arbeits-Polleras:
farbiger Rock, einfache Bluse, kein aufwändiger Kopfschmuck, sondern klassischerweise Hut
insgesamt schlichter


Frau in Ausgeh-Pollera: weißer Rock mit farbigem Muster, Bluse mit Spitze, Schleifen, viele Ketten, Kopfschmuck ("Tembleques" und "Peinetas")
Tembleques, Peinetas, Ketten bevor sie mir angelegt wurden.
Jedes einzelne Teil hat seinen Namen und seine Bedeutung.
Dazu gehört, wie man auf den Fotos wahrscheinlich schon gemerkt hat, immer jede Menge Schminke.


Mann

Traditionell trägt ein Panameño ein weißes Hemd zu Hosen. Das Hemd hat klassischerweise bunte Knöpe und zwei vertikale Säume, die auch oft bunt betickt sind. An den Füßen trägt man Cutarras, Ledersandalen, die auch von Frauen getragen werden und auf dem Kopf den panamesischen Hut. Achtung, es gibt einen Unterschied zwischen dem berühmten Panamahut, der in der ganzen Welt bekannt ist, und dem panamesischen Hut, welcher tatsächlich zur traditionellen Kleidung gehört. Zum typischen Outfit der Männer gehört auch eine Chacara, eine Umhängetasche, auch diese wird aber auch von Frauen benutzt.
Ältere Panameños tragen hier auch in ihrer Freizeit oft die typische Kleidung, es ist ganz normal, einen Señoren mit typischem Hemd, Cutarras, panamesischen Hut und Chacara zu sehen.


kleine Jungs in typischer Kleidung



Kinder und wir Erzieherinnen in typischer Kleidung


Alltagskleidung


auf Arbeit

Was man auf Arbeit trägt, hängt natürlich sehr davon ab, wo man arbeitet. Generell gilt aber für Männer und Frauen auf Arbeit: Schultern und Knie bedeckt. Normalerweise hat man eine lange Hose und ein Uniform T-Shirt an und geschlossene Schuhe. Lehrer sind oft etwas schicker angezogen.






in der Freizeit und zum Ausgehen

Ob zum Einkaufen, zum ins-Kino-gehen, zum Freunde besuchen oder für Feiern - Panameños machen sich sehr gerne schick. Männer mit meist langer Hose und T-Shirt oder Hemd und Frauen mit langer oder kurzer Hose und Bluse. Sehr beliebt sind hier zurzeit Off-Shoulder-Oberteile. Außerdem Sandalen. 

Ob man als Frau kurze Hosen tragen kann oder lieber nicht, hängt glaube ich wieder mal von der Gegend in Panama ab. Bei mir in der Gegend, Pesé, Chitré, Las Tablas sind kurze Hosen in der Freizeit kein Problem. Dass einem viel hinterhergepfiffen wird kann man sowieso nicht verhindern.
Allerdings kommt man mit kurzer Hose oder schulterfrei nicht überall hin, Banken, Kirchen, einige Büros, etc. kann man nicht betreten, wenn man zu viel Haut zeigt.

Auf Feiern sind Kleider beliebt, sonst in der Freizeit sieht man seltener Kleider öder Röcke. Kurze Jumpsuits werden viel getragen. In kälteren Gegenden (z.B. Boquete trägt man natürlich weniger kurze Klamotten. Und je älter die Person, desdo länger meistens auch die Hosen, die zum Ausgehen getragen werden.


im Haus

Auch wenn die Haustüren meistens offen stehen und alle ein- und ausgehen, haben ganz viele Panameños zu Hause meist einen Schlafanzug oder sehr schlumpelige Sachen an, auch wenn Besuch da ist und man auf der Terrasse sitzt. Männer oft oberkörperfrei und alle in Flip-Flops oder barfuß.







zum Baden

Am Strand, im Fluss oder im Schwimmbad, die Panameños baden meistens mit Anziehsachen. Jemanden in Bikini zu sehen, ist schon eher eine Besonderheit, man schämt sich, so viel Haut (und Speck) zu zeigen. Für Frauen üblich ist es, über Bikini oder Badeanzug entweder Shorts und T-shirt oder ein Netzkleid drüber zu ziehen. Bei Männern ist es schon eher üblich, nur mit Badehose baden zu gehen. Und in touristischeren Gebieten sieht man auch ein paar Bikinis oder Cut-Out-Badeanzüge.



Der durchschnittliche Panameño (vor allem die Frauen) haben eine gigantische Menge an Klamotten, was wohl auch daran liegt, dass Anziehsachen ein sehr beliebtes Geschenk sind. Auf Äußeres wird insgesamt sehr viel Wert gelegt. Zu einer größeren Feier zieht man nur sehr ungerne etwas an, was man schon mal anhatte, sondern kauft sich ein neues Kleidungsstück, was die anderen noch nicht an einem kennen.
Was man in Panama übrigens auf jeden Fall machen sollte, ist jeden Tag das T-Shirt zu wecheln, sonst wird man sehr komisch angeguckt. Hosen kann man auch mal 2 Tage anziehen.
Und was jetzt vielleicht weniger mit Kleidung zu tun hat, aber auch mit Aussehen, ist dass Locken hier eher unbeliebt sind und auch lockere Frisuren nicht so gern gesehen sind. Man glättet sich hier oft die Haare und macht sich strenge Frisuren mit möglichst wenig rausschauenden Strähnen. Fettig aussehende Haare sind irgendwie nicht so schlimm, Hauptsache glatt und gekämmt.


Freitag, 3. Februar 2017

Verkehr in Panama

Auto

Autos werden in Panama benutzt, wie in Deutschland auch. Mit dem Unterschied, dass oft auch sehr kleine Strecken mit dem Auto zurückgelegt werden. Um zum Beispiel zum 3 Geh-Minuten entfernten Minisupermarkt zu kommen, nimmt meine Gestschwester immer das Auto. Wie viele Familien ein Auto besitzen, hängt sehr von der Gegend in Panama ab. In Pesé haben deutlich weniger Familien als in Deutschland ein Auto, aber ich habe auch schon von anderen gehört, dessen Gastfamilien mehr als zwei Autos haben. Praktisch sind auf jeden Fall hochgelegene Autos, weil es schon einige Straßen und Kreuzungen gibt, wo man sonst leicht aufsetzt.

Obwohl es auf den Straßen viel mehr Polizeikontrollen gibt, quetscht man sich richtig oft zu fünft auf die Rückbank und Anschnallen ist nicht besonders üblich. Entgegenkommende Autofahrer warnen sich gegenseitig durch Aufblinken vor Polizeikontrollen, sodass man sich noch schnell anschnallen oder Personen aussteigen lassen kann. Manche versuchen auch (oft erfolgreich), die Polizisten im Notfall zu bestechen. 

Benzin, Autokauf und Führerschein sind sehr billig.


Busfahren

Busse sind die gebräuchlichsten und billigsten öffentlichen Verkehrsmittel in Panama. Man muss auch für lange Strecken nicht vorbuchen, sondern steigt einfach ein und beim Aussteigen bezahlt man die Strecke, die man gefahren ist. Die meisten Busse haben neben dem Busfahrer noch einen "Pavo", jemand der sich darum kümmert, dass alle Sitzplätze gut verteilt sind, großes Gepäck verstaut wird, er sagt dem Busfahrer Bescheid wenn jemand aus- oder einsteigen will und sammelt das Geld ein.
Es gibt zwar einige feste Haltestellen, aber oft hält man sich nicht wirklich daran. Abhängig von der Größe des Busses, kann man mehr oder weniger ein- und aussteigen wann man will. Wenn ich zum Beispiel von Pesé nach Chitré fahre, laufe ich zur Hauptstraße und warte darauf, dass ein Bus vorbeifährt und winke um klar zu machen, dass ich mitfahren will. Wenn der Bus zu voll ist, fährt er einfach weiter und wenn nicht kann ich einsteigen. Leere Busse fahren oft hupend durch das Dorf um Passagiere "anzulocken". Beim Einsteigen in den Bus ist es üblich, den anderen Passagieren Guten Tag zu sagen. Wenn man aussteigen will, sagt man dem Pavo Bescheid oder ruft laut "PARADA" (= Haltestelle) und wird direkt vor seiner Haustür abgesetzt. Oft fahren die kleinen Busse sogar Umwege um jemanden an sein Ziel zu bringen. Dadurch haben sie auch oft keine festen Abfahrtszeiten, man wird vergeblich im Internet nach Fahrplänen von Bussen in Pesé suchen. So verläuft eine Reise meist sehr ungeplant, man fährt immer zur nächsten Stadt wo man am "Terminal" (Busbahnhof) in den nächsten Bus umsteigen muss. Wissen sollte man auch, wann der letzte Bus irgendwohin abfährt, oft sagt einem jeder etwas anderes, am sichersten ist noch die Auskunft des Busfahrers der jeweiligen Strecke. Für mich in Pesé ist das Problem des "letzten Busses" schon sehr nervig, tagsüber fahren ca. alle 5 Minuten von Pesé nach Chitré, aber der letzte zurück fährt unter der Woche um 6 und Sonntags so gegen Mittag.
im Vordergrund in weiß: kleiner Bus für kürzere Verbindungen (wie z.B. Pesé-Chitré), hat meist 16 Sitze, wird aber gerne mit bis über 20 Leuten vollgestopft
im Hintergrund in gelb: großer Bus für längere Strecken (z.B. Pesé-Panama Stadt)







Noch ein paar Details zu (vor allem den größeren) Bussen: Es läuft eigentlich immer Musik und die Klimaanlage ist oft ziemlich kalt eingestellt, sodass man vor allem für Nachtbusse sich warm anziehen sollte. An Busbahnhöfen oder größeren Haltestellen steigen oft Verkäufer ein und werden viele ihrer Waren los.
Busfahren in Panama ist relativ billig. Pro Stunde Fahrtzeit zahlt man umgerechnet meist ungefähr 2.50€. Theoretisch sind alle Preise pro Strecke gleich, egal welchen Bus man nimmt. Als Ausländer ist es aber ganz gut, sich vorher über die Preise zu informieren, da der Busfahrer sonst gerne mal ausnutzt, dass man keine Ahnung hat und einem etwas mehr berechnet.



Taxifahren


Taxen werden in Panama viel öfter benutzt als in Deutschland. Es gibt deutlich mehr Taxen und sie sind auch eindeutig billiger als deutsch Taxen. Eine Fahrt in der Stadt kostet meist zwischen 1 und 3 Dollar (wobei auch hier gilt: Ausländern wird gerne mehr berechnet). Längere Strecken sind natürlich teurer. Normalerweise bezahlt man die Strecke die man fährt und nicht pro Person. Es lohnt sich also mehr, wenn viele Personen zusammen ein Taxi nehmen, dann ist es pro Person billiger. Allerdings in Boquete bezahlt man pro Person und die Fahrt kostet genauso viel wie wenn man sie mit dem Bus fahren würde. Anders als in Deutschland ist auch in Panama, dass man oft nicht der einzige Fahrgast des Taxis ist. Es kann durchaus sein, dass man ein Taxi herbeiwinkt, was anhält obwohl es schon andere Passagiere hat, die erstmal zu ihrem Ziel gebracht werden müssen.

Für kurze Strecken tagsüber sind die Taxen hier relativ sicher. Trotzdem schreibe ich mir immer lieber die Nummer des Taxis auf und sende sie meiner Gastmutter. Der Wunsch meiner Gastmutter, das so zu machen zeigt, dass Taxen natürlich nicht komplett sicher sind. Wenn es dunkel ist, vermeide ich es meistens, allein Taxi zu fahren und für längere Strecken nachts, sollte man auf jeden Fall ein "Taxi de confianca" (Taxi des Vertrauens) nehmen.

Taxen in Panama sind gelb


Fahrradfahren

Fahrräder habe ich bisher vor allem auf dem Dorf gesehen, sie werden dazu genutzt, kürzere Strecken zu überwinden. In Städten, wo der Verkehr stärker ist, ist es für Fahrradfahrer zu gefährlich, einerseits weil alles chaotischer ist, andererseits, weil Autofahrer nicht an Fahrräder gewöhnt sind. Hier in Pesé haben aber viele ein Fahrrad, vor allem Kinder radeln gerne durchs Dorf. Allerdings gibt es auch eine ganze Menge Leute, die gar nicht Fahrradfahren können.

Panama Stadt

Die Straßen in Panama Stadt sind extrem voll, extrem laut und extrem durcheinander. Mit dem Auto würde ich persönlich mich nicht ins Stadtzentrum trauen und auch viele Panameños scheuen sich davor. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, sich durch die Hauptstadt zu bewegen. So gibt es ein sehr modernes Metro-System, welches aus U-Bahnen und Metro-Bussen besteht. Pro U-Bahn-Fahrt werden 35 Cent von einer Karte abgebucht, die man nach Belieben aufladen kann.

Als etwas sicherere und billigere Alternative zu Taxen wir in der Hauptstadt auch sehr gern die Smartphone-App "Uber" genutzt. Man gibt seinen Ziel ein, über das Internet wird dann der nächste registrierte Uber-Fahrer "bestellt" und je nach Strecke, Wetter, Verkehrslage, etc. wird ein Preis berechnet. Man bezahlt hier tatsächlich nur per Strecke, nicht pro Person, es lohnt sich also besonders wenn man mit mehreren Personen sich ein Uber teilt.

Außerdem gibt es noch einige andere Busse, unter anderem zum Beispiel die "Diablos rojos", und natürlich überall Taxen.

Diablo Rojo am Busbahnhof in Panama Stadt

Samstag, 28. Januar 2017

Neuigkeiten aus dem Alltag

Seit den Ferien, also in den letzten zwei Wochen, gab es hier ein paar kleine Veränderungen in meinem Alltag.

In Valórate hat das sogenannte Sommerprogram begonnen (ja, in Panama ist grade Sommer). Die Kinder haben noch bis Ende Februar Ferien und bringen somit keine Hausaufgaben mit. Es kommen auch in allen drei Gruppen andere Kinder als letztes Jahr. Statt also den Kindern bei ihren Hausaufgaben zu helfen, wird grundsätzlicher Lernstoff wiederholt, die Kleineren lernen zum Beispiel das Alphabet, den größeren Kindern werden unter anderem  Matheaufgaben gegeben. Insgesamt werden auch viel mehr Gemeinschaftsspiele gespielt.

gestriges Programm in Valórate: mit Füßen malen und Parkours überwinden

UND die für mich wichtigste Veränderung in Valórate: ich habe einen Englischkurs ins Leben gerufen! Während die eine Hälfte mit den Erzieherinnen also im Gemeinschaftsraum Mathe und Spanisch lernt, nehme ich die andere Hälfte mit in ein Klassenzimmer um ihnen dort Englisch beizubringen. Ich habe eine Gruppe von 7 bis 8-jährigen und eine Gruppe von 9 bis 12-jährigen Kindern. Mit den Kleineren habe ich bis jetzt Tiere und Farben durchgenommen und mit den Größeren habe ich angefangen kurze Sätze zu bilden. Es macht richtig viel Spaß und ist gar nicht ganz so schwer, wie ich gedacht hätte. Ich hoffe, dass ich den Kurs auch im März, wenn das Schuljahr wieder losgeht, irgendwie weiterführen kann. Es ist schön, endlich mal etwas selbstständiges zu machen, nicht immer nur hier und dort zu helfen, sondern wirklich ein eigenes Projekt zu haben.

Eine andere kleine Veränderung ist, dass meine Gastfamilie nun zwei Mal wöchentlich Bingo spielt. Montags und Freitags kommen jetzt immer um die 10 Familienmitglieder und versammeln sich bei uns auf der Terrasse. An sich finde ich das ziemlich schön, so kann man etwas Zeit miteinander verbringen und Spaß haben. Spiele spielen ist, wie ich finde, eine gute Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu kommen und zu kommunizieren, auch über die Sprach- und Kulturbarriere hinweg. Was ich allerdings nicht so toll finde, ist dass um Geld gespielt wird, ich will eigentlich nicht jede Woche 5 $ für Bingo spielen einrechnen müssen.

Seit Arbeitsbeginn gehe ich nun auch mit einer Kollegin zusammen zu einer Art Sportverein. Auf dem Sportplatz von Pesé treffen sich täglich um die 15 Leute (verschiedenster Breite) um während 45 Minuten ein paar Übungen zu machen. Abgesehen davon, dass Rennen als riesengroße Herausforderung angesehen wird, die Erwärmung also aus Runden um den Platz GEHEN besteht, ist das Programm sogar gar nicht so wenig anspruchsvoll, wie ich es in Panama erwartet hätte. Es ist jedenfalls richtig schön, außer dem morgendlichen joggen noch etwas mehr Sport zu machen. Ich wurde jetzt auch als Ersatz-Trainerin ernannt und leite das Training, wenn der andere Trainer nicht da ist (was jetzt schon 2 Mal vorgekommen ist).
Die Sportgruppe bringt mich zwar in die Zwickmühle - Zeit mit mit meiner Familie verbringen um mich weiter zu integrieren; oder meinen Spaß am Sport ausleben - aber ich denke mit der Zeit wird aus 5 Mal pro Woche nur noch 2 bis 3 Mal die Woche Sport, sodass ich wieder mehr Zeit für die Familie habe.

Soweit also aus meinem Alltag, alles wie ich finde sehr schöne Veränderungen! Das nächste Mal gibt es wieder etwas über Panama...

Sonntag, 22. Januar 2017

Panama Rundreise

So, jetzt bin ich seit einer Woche wieder zu Hause in Pesé. Und ich habe eine tolle zweiwöchige Reise hinter mir. Diese habe mich mit meiner Freundin Hannah aus Deutschland gemacht, wir haben schöne und sehr verschiedene Orte Panamas gesehen. 


Unsere Reiseroute


Von meinem zu Hause in Pesé bin ich am 2. Januar Richtung Boquete aufgebrochen. Dort wohnt Hannah in ihrer Gastfamilie und auch ich konnte dort wieder unterkommen. Am nächsten Tag sind wir direkt weitergefahren, zu einem Hostel, was ganz nah an der Costa-ricanischen Grenze, in der Punta Burica liegt. Dieses Hostel heißt Monofeliz (auf deutsch "glücklicher Affe") und ist ein besonderes Hostel. Man muss vom nächsten Dorf nämlich erstmal eine Stunde einen durch Felder, Wald und am Strand entlang hinlaufen und angekommen gibt es weder Handy-Empfang noch Strom. Und Affen gibt es dort tatsächlich einige. 

Geschlafen haben wir in halboffenen Hütten


Bei dieser Station unserer Reise waren außer Hannah und mir noch zwei andere Freiwillige aus Deutschland mit dabei, Shalina und Melanie. Wir waren also zu viert, was uns bei diesem etwas abenteuerlicheren Ort sicherer vorkam. 
Die kurze Zeit, die wir dort hatten, haben wir ausgenutzt und sind den wilden Strand entlang gelaufen, zu einer Schildkrötenstation. 

Der Strand: Felsen, Palmen, Baumskelette und schwarzer Sand
Dort hatten wir das große Glück, eine Befreiung von Babyschildkröten mit zu erleben. Die Schildkröteneier wurden vorher aufgesammelt, damit sie nicht geklaut oder gegessen werden und in der Station schlüpfen die kleinen Schildkröten. In der Befreiung schließlich, werden die Babyschildkröten in die freie Natur gelassen, das heißt, sie laufen über den Strand ins offene Meer. Das war ein tolles Erlebnis, zuzusehen, wie ganz viele kleine Schildkröten ins Meer rennen. Später, wenn die Weibchen ca. 1 Meter groß sind, kommen sie zur Eiablage wieder an den Strand zurück.

Shalina, Hannah und ich mit den Schildkröten und die Schildkröten auf ihrem Weg ins Meer
Abends haben wir uns noch den wunderschönen Sonnenuntergang angeschaut.


Nach zwei Nächten in der Einsamkeit ging es für Hannah und mich wieder zurück nach Boquete, wo wir den Geburtstag von Hannahs Gastvater gefeiert haben. Und am nächsten Morgen direkt weiter nach Bocas del Toro, eine Provinz im Nordwesten Panamas, dessen karibische Inseln ein sehr beliebtes Ziel für Touristen ist. Vor allem Deutsche habe wir viele getroffen und es hat sich irgendwie komisch angefühlt, Teil der ganzen Touristen zu sein, wo wir doch eigentlich hier in Panama wohnen.
Um zu unserem Hostel zu gelangen, welches sich auf der Insel "Bastimientos" befindet, mussten wir erst mit einem Boot zur Hauptinsel fahren "Isla Colon" (auch "Bocas Town") und dann ein Wassertaxi nehmen. Dass wir unwissende Touristen waren, hat sich sofort bewiesen, der Bootsfahrer hat uns nämlich erfolgreich einen zu hohen Preis berechnet.

Insel Bastimientos vom Wasser und vom Land

Die Decke der Grotte,
voll behangen von Fledermäusen
Unser erste Tagesausflug ging mit Leihfahrrädern einmal quer durch die Hauptinsel zum Playa Estrella. Nach zwei Stunden Fahrt und einer Zwischenstation in einer Grotte mit Fledermäusen und Tropfsteinen, kamen wir am Playa de Drago an. Hier haben wir unsere Fahrräder abgestellt und sind zu Fuß weiter. Der Strand und der Weg zum Playa Estrella waren tatsächlich wunderschön. Nach den ganzen Erzählungen über Bocas del Toro, habe ich mir den Sand zwar noch weißer und das Wasser noch türkiser vorgestellt, aber es war trotzdem ein sehr schöner Karibikstrand und Palmen und Kokosnüsse gab es auch. Und ganz wichtig, was dem Playa Estrella ("Stern-Strand") seinen Namen gibt: der Meeresboden in Strandnähe war voll von tellergroßen Seesternen. Je näher man dem wirklich bekannten Teil des Strandes kommt, an dem die ganzen Touristen in Booten ankommen, desto mehr Menschen,  mehr Händler, mehr Musik gibt es. Dieser Teil ist so voll, dass man den Strand kaum noch genießen kann, während nur ein keines Stück vorher fast keine Menschen sind, der Strand selbst aber mindestens genauso schön ist. 






Am zweiten Tag sind wir der Empfehlung unseres Hostels gefolgt und zum Redfrog-Beach gelaufen, ein Strand auf der Bastimientos-Insel. Der Weg hat zuerst zum Wizard-Beach geführt, der menschenleer und echt schön war. Dort haben wir uns aber nicht lange aufgehalten und sind zwischen Strand und Dschungel weiter zum Redfrog-Beach gelaufen. Auch den Namensgeber dieses Strandes haben wir unterwegs getroffen, den roten Pfeilgiftfrosch.



Und noch jemanden sind wir begegnet, über den wir uns allerdings nicht ganz so gefreut haben. Als wir schon fast angekommen waren und froh waren, gleich aus dem dichten Dschungel raus zu sein, kam uns ein von oben bis unten in dunkelgrün gekleideter, maskierter Mann mit Machete entgegen. Unsere kurze Hoffnung, es wäre nur ein gruselig aussehender Waldarbeiter, wurde mit den Worten "gebt mir euer Geld" ziemlich gleich zerstört. Er hat also den Rucksack durchsucht und unsere beiden Geldbeutel mitgenommen. Danach hat er uns eine schöne Reise gewünscht und ist weiter gegangen. Irgendwie hatte ich mir einen Überfall schlimmer vorgestellt, Hannah und ich waren beide eigentlich ganz ruhig danach und hatten auch beide nicht viel Geld mit gehabt. Zusammen damit, dass es dann angefangen hat zu regnen und dass der so bekannte Redfrog-Beach uns nicht ganz so beeindruckt hat, war es aber ein Grund ziemlich direkt wieder zum Hostel zu fahren, diesmal allerdings mit dem Wassertaxi.



Der Regen hat trotz Trockenzeit leider nicht aufgehört, trotzdem sind wir am nächsten Tag mit zwei anderen Deutschen aus dem Hostel und einem Tourguide auf Kajaktour gegangen. Und die hat sich gelohnt! Wir sind durch Magrowenwälder und stillen Dschungel gepaddelt und waren zwischendurch schnorcheln. Die Natureindrücke über und unter Wasser waren echt beeindruckend und es war lustig, zwischendurch immer wieder im strömenden Regen zu paddeln.

Der Magrowenwald, durch den wir durchgefahren sind


Bis zu unserer nächsten Station in Santa Catalina hatten wir einen weiten Weg vor uns. Und obwohl wir in Bocas frühs um 6 Uhr  aufgestanden sind, haben wir diesen Weg nicht in einem Tag geschafft und mussten eine Nacht in Soná einschieben, da dort der nächste Bus nach Santa Catalina erst am nächsten Morgen abfuhr. Schließlich angekommen in dem kleinen Dörfchen, sind wir auf Suche nach der besten Tauchschule gegangen und sind zum Strand gelaufen. 

und noch mal ein Sonnenuntergangsfoto :)

in unserem Hostel. Geschlafen und gekocht haben wir die ganze Reise in Hostels, eine sehr bequeme und relativ billige Möglichkeit in Panama

Mit einem Motorboot und Taucherausrüstung ging es am nächsten Morgen zum Coiba Nationalpark, sprich zur Insel Coiba. Und dort ab ins Wasser, Taucheranzug, Luftflaschen, Bleigürtel und Höhenregulator angelegt und die Theorie verstanden. Ein paar kurze Übungen und dann ging es auch schon los, 12m unter der Meeresoberfläche zwischen Fischschwärmen durch, durch Korallenriffe, an Seesternen und Rochen vorbei und - unglaublich aber wahr: auch Haie und 70cm große Meeresschildkröten haben wir gesehen, ganz nah! Der Weißspitzen-Riffhai, die Sorte von denen wir sechs Exemplare gesehen haben, ist allerdings eher klein und für Menschen ungefährlich. Als Schnorchler hätte man diese Tiere auch sehen können, aber Tauchen war einfach ein ganz anderes Erlebnis, wenn man unter Wasser atmen kann und so tief ist, dass man unter den Fischen durchschwimmen kann und alles ist still und sieht so anders aus.


Hannah (rechts) und ich (links) mit einem Seestern

Fische

Hier ist ein Video während des Tauchens. Am Anfang sieht man einen Hai zwischen den Fischen durchschwimmen und am Schluss winken Hannah (rechts) und ich (links) in die Kamera.




Eine teure Aktion, aber es hat sich auf alle Fälle gelohnt, es war echt ein tolles Erlebnis!


In El Valle de Anton mussten wir erstmal feststellen, dass unser eigentlich geplantes Hostel keine Plätze für uns hatte und durch die Suche nach einem neuen Hostel haben wir schon mal den Städtchen-Rundgang abgehakt. Die Kleinstadt liegt in den Bergen, in einem ehemaligen Kratersee (übrigens der größte besiedelte Vulkankrater der Erde) und ist touristisch geprägt. Es gibt viele kleine Souvenirläden und einen Markt, aber was Touristen eigentlich interessiert, ist die Umgebung des Städtchens. Am bekanntesten ist der Aufstieg auf die "India dormida" (eine Bergformation, die die Form einer schlafenden Frau hat). Der Weg nach oben führt außerdem an mehreren Wasserfällen und dem "Piedra Pintada" vorbei, einer Felswand mit Hieroglyphen der indigenen Bevölkerung. Wir sind hochgewandert und oben angekommen hatte man eine tolle Aussicht über den Krater mit El Valle de Anton darin liegend.


Der Aufstieg mit Piedra Pintada, Wasserfällen und Aussicht

Am selben Tag sind wir auch mit einer auch bei Touristen sehr beliebten vierteiligen Seilbahn durch den Dschungel gefahren. Außer einer Strecke, die an einem Wasserfall vorbei geführt hat, waren die Abfahrten aber nicht besonders spektakulär und lohnen sich für die 65 USD nicht.

Da sieht man mich ganz verschwommen am Wasserfall vorbei fahren


Die kurze restliche Zeit, die wir noch hatten, haben wir Geschenke für unsere Gastfamilien auf dem Markt gekauft, den bekannten Orchideengarten unseres Hostels angeschaut und nach "quadratischen Bäumen" gesucht, die uns empfohlen wurden. Diese Bäume haben wohl Stämme mit einem quadratischen Querschnitt, allerdings wurde es dunkel bevor wir sie gefunden haben.

auf dem Markt zusammen mit einer Indigenen des Stammes "Kuna Yala", die die für Panama bekannten "Molas" verkauft (bunte Stofftücher unten)


Leider, leider waren dann die zwei Wochen schon um und wir mussten beide wieder nach Hause fahren, Hannah nach Boquete und ich nach Pesé. Reisen macht in Panama echt ganz schön viel Spaß, man sieht und erlebt so viele schöne Sachen! Die meisten Panameños selbst reisen eigentlich fast gar nicht, sei es wegen der Kultur oder wegen des Geldes. Ich bin seit knapp 5 Monaten in Panama und kenne schon viel mehr Orte hier als die meisten Leute, die ihr ganzes Leben hier sind. Die Mehrheit der Panameños ist auch noch nie in einem anderem Land gewesen. Viele die ich kenne wohnen seit ihrer Geburt in dem gleichen Dorf und kommen außer zum Shoppen in Panama Stadt, auch nur sehr selten aus diesem Dorf heraus. Das ist natürlich sehr schade, so bin ich immer auf deutsche Reisepartner angewiesen, aber ich hoffe nur, dass meine Gastfamilie nichts dagegen hat, wenn ich viel reise. Ich denke schon, dass sie verstehen, dass ich das Land kennen lernen will, aber sie machen sich immer sehr große Sorgen, dass etwas passieren könnte oder ich auf dumme Ideen komme und es ist ihnen nicht so lieb, wenn sie nicht immer genau wissen, wo ich mit wem gerade was mache. Ich versuche deswegen immer so viel wie möglich über alles Bescheid zu geben, denn auf das Reisen möchte ich hier auf keinen Fall verzichten. Diese Reise war einfach nur toll und ich möchte unbedingt noch Orte in Panama bereisen und kennenlernen.